Was ist eine flexible Zystoskopie?
Die flexible Zystoskopie ist eine minimalinvasive Untersuchungsmethode zur Beurteilung der Harnröhre, der prostatischen Harnröhre sowie der Harnblase.
Sie wird häufig ambulant durchgeführt und dient der Abklärung möglicher Ursachen von Blasen- und Harnwegsbeschwerden, wie z. B. Schmerzen, Blut im Urin, häufigem Harndrang oder unklaren Infekten.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Untersuchung erfolgt mit einem sehr dünnen, beweglichen Instrument (flexibles Zystoskop), das in seiner Form einem feinen Blasenkatheter ähnelt.
Nach Desinfektion des äußeren Genitales wird ein gleitfähiges, betäubendes und desinfizierendes Gel in die Harnröhre eingebracht. Anschließend wird das Zystoskop unter direkter Sicht vorsichtig bis in die Harnblase vorgeschoben.
Während der Untersuchung wird steriles Wasser in die Harnblase gespült, damit sich diese vollständig entfaltet und gut beurteilt werden kann.
Was wird dabei beurteilt?
Bei der Blasenspiegelung können unter anderem folgende Strukturen und Befunde beurteilt werden:
Fassungsvermögen der Harnblase
Beschaffenheit der Harnblasenwand
Vorhandensein von Rötungen, Entzündungen, Infektionen, Blasensteinen oder Tumoren
Zustand der Harnröhre
Bei Männern: die prostatische Harnröhre, insbesondere ob diese verengt oder verlängert ist
Die Bilder werden live auf einen Monitor übertragen, sodass Patient:innen die Untersuchung und die Befunde auf Wunsch direkt mitverfolgen können. Heute werden in der Regel sterile Einmal-Zystoskope verwendet.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Die flexible Zystoskopie ist etwas unangenehm, aber in der Regel gut tolerierbar.
Häufiger können nach der Untersuchung für etwa 24–48 Stunden folgende Beschwerden auftreten:
vermehrter Harndrang
Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
Selten kann es zu:
leichten Blutungen aus der Harnröhre oder der Harnblase oder zu einem Harnwegsinfekt kommen
Sedierung (Schlafmedikation)
In einzelnen Fällen kann die Untersuchung nach Vorplanung auch in Sedierungs-Analgesie durchgeführt werden (ähnlich wie bei einer Darmspiegelung).
In diesem Fall ist es erforderlich, dass der Patient bzw. die Patientin nünchtern kommt und anschließend von einer Begleitperson abgeholt wird, da die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.
Verhalten nach der Untersuchung
In der Regel ist man am nächsten Tag wieder arbeitsfähig, in vielen Fällen sogar noch am selben Tag.
Es wird empfohlen, nach der Untersuchung reichlich zu trinken, um die Harnwege zu spülen.